hb_si_00

Verlag der
Häretischen Blätter
Postfach 160606
60069 Frankfurt a.M.
email@vdhb.de

[Willkommen]

[Neu im Mai '03]

[Heft 1 bis 3]

[Heft 4 und 5]

[Ceres-Artikel]

[Heft 6]

[Dieter Kochs KdaV]

[Koinzidenz]

[Lilith und Priapus]

[Lilith-Vortrag]

[Divina Commedia]

[Häretisches Manifest]

[Miszellen]

[Gedichte]

[Rechtschreibreform?]

[eShop?]

[Bestellinfos, Impressum]

[Edition Die Schnecke]

Die Rechtschreibreform
Seismograph einer Krise

hb_rs_91

Dieser Text, in diesem Mai 2003 noch nicht abgeschlossen, oszilliert zwischen Analyse und Pamphlet. Im Mittelpunkt stehen nicht die Einwände gegen die Reform aus Sicht der kompetenten statt korrupten Germanistik. Diese sind von anderen (z.B. Theodor Ickler, Kurt Reumann) ausgiebig dargelegt worden – selbstverständlich vergebens. Im Mittelpunkt dieses Textes werden die beiden Fragen stehen, wieso ein völlig unsinniges Reformwerk überhaupt gemacht wurde und, vor allem, wieso es von so vielen Menschen und Institutionen überhaupt angenommen wurde. Es wird der Versuch unternommen, das Ereignis Rechtschreibreform in einem größeren Zusammenhang zu sehen: in dem Zusammenhang einer verwalteten Welt, die in ihrem kollektiven Unterbewußtsein das eigene historische Scheitern vorausahnt und diesem mit mehr oder weniger tollpatschigen Versuchen der Sprach- und damit Denkkontrolle zu begegnen versucht – selbstverständlich vergebens. Der eigentliche (faule) Kern der Rechtschreibreform ist nicht, was reguliert wurde, sondern daß reguliert wurde. Es handelt sich um eine Offensive der technokratischen und politischen Beherrschung von Sprache gegen einen libidinösen, ein Jahrhundert lang ohne staatliche Regulierung sich entwickelnden Gebrauch der Sprache. Darum sind auch annähernd alle deutschsprachigen Schriftsteller emotional so betroffen von dem Flurschaden, den diese Reform angerichtet hat. Denn Schriftsteller haben eine libidinöses Verhältnis zur Sprache, im Unterschied zu Bürokraten und “Experten”, die niemals in der Lage wären, auch nur ein einziges Gedicht zu schreiben; jedoch Gesetze.

Die zweite aufschlußreiche Frage ist, wieso eigentlich so viele Menschen ihre gewohnte, jahrzehntelang ausgeübte Rechtschreibung aufgeben und eine neue Sprachregulierung internalisieren. Oder dies zumindest versuchen und bald feststellen müssen, daß sie nun eine “grauenvolle Mischung aus alter und neuer Rechtschreibung” (so eine Betroffene) hervorbringen. Während sich vor allem linke und gewerkschaftliche Publikationen nicht genügend beeilen konnten, über ihre Buchstabenfolgen aktualisierte Rechtschreibprogramme laufen zu lassen (ohne solche Software hätte sich die Reform gar nicht durchsetzen können!), müssen sich Autoren mit Lektoren und Redakteuren herumärgern, die ihnen eine andere Schreibweise aufoktroyieren, mit dem dümmlichen Punktum: “Das schreibt man jetzt so.” Die deutschsprachige Presse hat, mit Ausnahme der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Zeitschrift konkret, den Regulierungswahn bigotter “Experten” (man erinnere sich der Mahnungen vor ihnen durch Paul Feyerabend) übernommen und ihren Lesern – die selbstverständlich nie gefragt wurden – aufgezwungen. Auch dafür gibt es einen Grund: Für die meisten Medienorgane ist Information zu einer Ware geworden, die den Käufern der schwatzhaften Magazine verkauft wird, und dies unter den Bedingungen, die staatliche Wirtschaftsgesetze vorschreiben. Die Rechtschreibreform ist für diese Organe einfach ein Wirtschaftsgesetz, eine Verpackungsverordnung.

Dem steht unversöhnbar gegenüber ein anderes Verhältnis zur Schrift, das libibinöse. Was ist ein “libidinöses Verhältnis zur Schrift”? Das verstehen nur Menschen, die gerne schreiben und gerne lesen. Etwa Gustav Kühl in seiner Schrift Zur Psychologie der Schrift aus dem Jahre 1904: “Sollte nicht beim Lesen eine unbewußte ästhetische Einfühlung vor sich gehen, sodaß, wie wir beim Betrachten eines Bauwerkes die Säulen tragen und das Dachwerk lasten fühlen, wie wir eine Landschaft mit dem Blicke durchlaufen und den Vogel auf seinem Fluge begleiten – daß wir so auch die Schrift, indem wir sie lesen, sozusagen innerlich nachschreiben?” Oder Reiner Kunze in seiner wunderbaren, sehr empfehlenswerten Denkschrift Die Aura der Wörter: “Das Wort besitzt eine Aura, die aus seinem Schriftbild, seinem Klang, und den Assoziationen besteht, die es in uns hervorruft, und je wichtiger und gebräuchlicher ein Wort ist, desto intensiver und prägender ist diese Aura. Wer sie zerstört, zerstört etwas in uns, er tastet den Fundus unseres Unbewußten an. Wird man also ständig mit Wörtern konfrontiert, deren Aura zerstört ist, weil sie zerschnitten sind (‚weit gehend‘ statt ‚weitgehend‘), weil sie so, wie sie jetzt geschrieben werden, anders klingen (‚Anders Denkende‘ statt ‚Andersdenkende‘) oder weil man ihnen eine Packung von drei ‚s‘ verpaßt und ihnen dann eine Spreizstange eingezogen hat (‚Fluss-Senke‘), dann ist die Wahrnehmung dieser Zerstörung jedesmal ein Mikrotrauma, eine winzige psychische Läsion, was auf die Dauer entweder zu Sprachdesensibilisierung, Abstumpfung und Resignation oder zu zunehmend unfreundlicheren Gefühlen denen gegenüber führt, die das alles ohne Not verursacht haben.” Dieses Buch von Kunze enthält im Anhang eine Auflistung von Stimmen zur Rechtschreibreform, die – unkommentiert, denn Kommentare sind hier unnötig – diesen “Staats-Streich” (sic) in seiner nackten Gewalttätigkeit entblößen, dieses “perfekt eingefädelte Überrumpelungswerk” einer “spezialistenhörigen Bürokratie” (F. Dieckmann).

Das libidinöse Verhältnis zur Sprache, wie es die Schriftsteller und Literaturliebhaber haben, war den libidolosen Technokraten, den selbsternannten “Experten” der Sprache stets ein Ärgernis – eine Rechtschreibung, die seit einem Jahrhundert ohne obrigkeitliche Einmischung existierte, fügte sich nicht in ihr autoritäres, durchrationalisiertes Universum, war nicht kompatibel mit ihrem reduktionistischen Verständnis von Sprache als einem Instrument zur Definition beherrschbarer Wirklichkeit – und damit zur Herrschaft. Sie gebrauchten Sprache schon immer als Instrument bei ihren karrieristischen und politischen Intrigen. Unregelmäßigkeiten, Transzendenz und historisch gewachsener Umgang mit Wörtern und Sätzen, die “anarchistische” Koexistenz der geschriebenen und gelesenen Sprache neben den wechselnden historischen Regimen, Ideologien und Regierungsformen in Deutschland in den letzten hundert Jahren – das hat für diese Leute eine höchst suspekte Note. Dieses freilaufende Tier mußte eingefangen und gefesselt werden. Mit der Rechtschreibreform gelang es ihnen, ihre sprachtechnokratischen Regulierungsphantasien den Arg- und Ahnungslosen als “notwendig” zu verkaufen. Doch nicht das ist schlimm – es überrascht im Grunde nicht, daß Kultusminister Ahnungslose sind –, sondern daß dieser Coup d’Èclat von so vielen, für die Sprachkultur leider maßgeblichen Persönlichkeiten einfach hingenommen wurde: von Verlegern, Redakteuren, Journalisten. In typisch deutschem vorauseilendem Gehorsam wurde die vorgesehene lange Übergangszeit bis 2005, in der man noch “alt” schreiben “darf”, gar nicht erst abgewartet, obwohl man dadurch Zeit und Muße gehabt hätte, mal gründlich nachzudenken und offen zu diskutieren, ehe man Tatsachen schafft. Mir sind inzwischen viele Menschen begegnet, die die neue Rechtschreibung – bzw. was davon noch übrig ist, denn sie ist ja inzwischen nur noch eine “Baustelle” (Ickler) – meist widerwillig übernommen haben, und ich fragte einige von ihnen, warum eigentlich? Keine einzige Antwort war von Sachkenntnis gekennzeichnet, praktisch alle Antworten waren Ausreden, Ausflüchte, Entschuldigungen – waren Eingeständnisse eines gefühllos-oberflächlichen, instrumentalen Umgangs mit Schriftsprache oder zeugten von einem Untertanengeist, der sich scheinbar unausweichlichen politischen Entwicklungen unterwirft.

Beispiele: Am ehrlichsten war ja noch ein Gewerkschafter, der, als ich ihn in eine Diskussion über die Rechtschreibreform zu verwickeln begann, diese bald entnervt mit den Worten abbrach, das sei jetzt nun mal Gesetz und daher müsse es so gemacht werden. Immerhin verrät diese Antwort ein geordnetes Weltbild. Oder die Zeit: Als man sie aufforderte, der F.A.Z. nachzufolgen und zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, hieß es doch tatsächlich, nein, man wolle nämlich für die heranwachsende Leserschaft, die jetzt in den Schulen die neue Rechtschreibung lerne, lesbar bleiben – als ob es in fünf Jahren noch irgendjemanden interessiert, was heute in dieser Zeitung geschrieben steht, und wie; und als ob die alte Schreibweise, weil nicht mehr “modern”, dann nicht mehr gelesen werden könne. Oder der Redakteur einer philosophischen Zeitschrift, der mir auf meine Nachfrage hin folgenden Unsinn antwortete: “Als Kleinverlag stehen wir den Änderungen der Rechtschreibregeln ohnmächtig gegenüber. Unser Korrektorat korrigiert im Brotberuf nurmehr nach der neuen Rechtschreibung; sich zwei Mal im Jahr für ein kaum nennenswertes Entgelt wieder in die alte Rechtschreibung einzuarbeiten, wäre zu viel verlangt.” Aha! Diese Korrektoren sind folglich Sprachmaschinen: Sobald das alte Programm gelöscht wurde, beherrschen sie die alten Regeln nicht mehr. Und das, obwohl ihnen diese Regeln bei der (hoffentlich) Lektüre von Büchern, die vor der Reform gedruckt wurden, jahrelang entgegentraten und auch in Zukunft immer wieder entgegentreten werden. Zudem ein interessantes Zugeständnis: Offensichtlich bedürfen die bei dieser philosophischen Zeitschrift eingereichten Artikel noch einer sorgfältigen Nachkorrektur, was nur bedeuten kann, daß heutige Philosophen die deutsche Rechtschreibung nicht gut beherrschen. Schande über die deutschen Philosophen des 21. Jahrhunderts! Na, ihr seid eh langweilig. Der Redakteur einer anderen Zeitschrift schrieb mir immerhin, er würde einige Regelungen der Reform nicht anwenden, also quasi seine eigene Rechtschreibung anwenden – immerhin ein gewisses eigenständiges Denken, wenn ein solches Vorgehen auch die zerstörte Einheit der deutschen Sprache nicht wiederbringt, sondern vermehrt. So wie sich die Rechtschreibfehler vermehrt haben durch die Reform. Kann eine Anpassung von Rechtschreibregeln – egal welcher Art – etwas ändern an dem flüchtigen, interesselosen Umgang mit Sprache, wie er im Alltag dominiert? “Ich würde Schalke begrüßen, wenn sie Meister schafft, lieber ein anderer Mannschaft als Bayern Meister zu werden! Für mich, der eingefleischter HSV-Fan, kann nur hoffen, dass am Ende trotz turbulenter Saison noch im gesicherten Platz landet, und dann im nächsten Saison nach vorne schauen. Es ist ja auch mal schön, dass man nicht weißt, was am Ende rauskommt, als jedes Jahr immer als Meisterschaftsfavorit ins Rennen geht, da bleibt mir den Reiz weg!”

Völlig aussichtslos jeder Appell an die Politiker. Ich bin davon überzeugt, etliche, vielleicht die meisten der verantwortlichen Kultusminister – aber ganz bestimmt nicht die “Experten”! – haben insgeheim schon erkannt, daß sie “Scheiße gebaut” haben. Doch wie reagiert fast ein jeder Mensch angesichts einer solchen Erkenntnis, vor allem, wenn ihm dämmert, welch ausufernde Folgen seine Fehlentscheidung hatte und welche persönliche Blamage ein Eingeständnis bedeuten würde? Er versucht zu vertuschen, herabzuspielen, abzulenken – und nur umso hartnäckiger auf der “Richtigkeit” seiner Entscheidung zu beharren. Als daher die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am 3. August 2000, nachdem die F.A.Z. durch das denkbar schlichte Machtwort ihres Chefredakteurs “Schreiben wir einfach wie früher” zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt war, einen Appell an die Verantwortlichen richtete, der Reform endlich ohne lange zu fackeln das wohlverdiente Ende zu bereiten – da mußte dieser Appell ebenso verhallen wie der des Literaturnobelpreisträgers Grass drei Tage später – denn was zählt schon die Meinung eines weltzugewandten Literaten gegenüber der einer gespenstischen Kommission von “Experten”?

Gewerkschaften und Verbände sind die bevorzugten Reservate, in denen diese Alphamännchen der Rechtschreibung röhren und balzen. Fachartikel, Vorträge, Seminare etc. pp. – ach wie schön ist es doch, Missionar zu sein für eine gute Sache! Die müssen sich verdammt toll dabei vorkommen, in die Gehirne von Millionen Menschen eingedrungen zu sein und dort Schaltungen verändert zu haben, Lesegewohnheiten, Schreibgewohnheiten, Denkgewohnheiten – mit staatlichem Segen. Ach, wenn doch nur diese lästigen Reformverweigerer nicht wären!

Man muß natürlich auch sehen, daß die Sprachtechnokraten in einem Dilemma steckten: Da saßen sie jahrelang in irgendwelchen Kommissionen, plapperten dort unnützes Zeug, profilierten sich gehörig, verköstigten sich in den Pausen an kalten Büfetts und reisten Erster Klasse im Lande umher von einer Tagung zur nächsten – eine beneidenswert leichte Art, sein Geld zu verdienen. Aber das wurde nun mal alles bezahlt von den Kultusministerien, denen folglich irgendwann einmal ein Ergebnis abgeliefert werden mußte, irgendeins – irgendwas, was “getan” werden sollte, irgendeine “Maßnahme”, ohne die das deutsche Volk untergehen würde oder zumindest in ein rechtschreibliches Babylon stürzen. Umgekehrt saßen die Kultusbürokraten in einer ähnlichen Klemme: Da hatten sie jahrelang Kommissionen finanziert, kalte Büffets und Reisen und Hochschulkarrieren – na, da mußte natürlich irgendwann einmal ein Ergebnis bei rauskommen. Die wenigsten Skrupel fanden sich wohl bei den schamlosen Ausnutzern des allgemeinen Orientierungsbedürfnisses der Bevölkerung nach einer verbindlichen Rechtschreibung: bei jenen Verlagen, die – teilweise sich auf einen ehrbaren Namen berufend (aber auch der längst bloß noch Markenname) – sich an der Neuausstattung von Millionen Büros und Schreibtischen mit Rechtschreiblexika dumm und dämlich verdienten. Diese groteske Ausgangssituation der Rechtschreibreform findet gegenwärtig ihre nicht minder groteske Fortsetzung darin, daß die Kommissionen und Tagungen sich in onanistischer Weise mit den eigenen Rechtschreibphantasien beschäftigen, permanent Korrekturen verordnen und neue Schreibweisen ausbrüten, oder eben alte wieder hervorholen. Ein Selbstbedienungsladen an Honoraren.

Eine Regel, die die Reformer zur Anwendung zu bringen gedachten, war die Angleichung der Schreibweise an die Sprechweise (wie sie auch eine nicht zur Ausführung gelangte Rechtschreibreform der Nazis anvisiert hatte). Das führte etwa zu dem neuen Wort “aufwändig”, das in beispielhafter Weise den sprachtechnokratischen Kleingeist der Reformer verrät (niemand bedurfte dieser neuen Schreibweise, jeder beherrschte die alte) – aber auch ihre soziale Klassenzugehörigkeit. Bisher orientierte sich dieses Adjektiv an dem Verb “aufwenden” (eine persönliche Anstrengung; Faktor Arbeit), nun aber an dem Substantiv “Aufwand” (eine finanziell berechenbare Dienstleistung, eine Ware; Faktor Kapital). Nachvollziehbar, obwohl die lateinische Wurzel verdrehend, vielleicht die Änderung von “Potential” in “Potenzial” – doch warum war man dann nicht konsequent und forderte statt des “Nationalismus” den “Nazionalismus”? Eher humorig die inzwischen wieder aufgegebene Schreibweise “Kwizz”; immerhin war es dieses Wörtchen, das mich erstmals nachhaltig an der geistigen Gesundheit der Rechtschreibreformer zweifeln ließ – aber auch an der der Medienmacher und Zeitungsredakteure, die diesen Wortbalg gedankenlos übernahmen. Und ebenso gedankenlos wieder in der Versenkung verschwinden ließen.

Unnötige Vermehrungen des Schreibaufwandes könnten den Verdacht mehren, die Reformer hätten Beraterverträge mit der deutschen Druckfarbenindustrie. Welchen Sinn macht es, statt wie bisher “Tip” nun “Tipp” zu schreiben? Und lag es womöglich nur an der versäumten Lobbyarbeit der Straßenschilderfabrikanten, daß für “Straße” nicht die schweizerische Schreibweise “Strasse” eingeführt wurde? Irgendeinen Grund hätte man an den Haaren herbeiziehen können, z.B. mehr Verkehrssicherheit durch einheitliche Beschilderung im deutschsprachigen Verkehrsraum. Welchen Sinn macht es schließlich, das seit hundert Jahren übliche “daß” durch ein “dass” zu ersetzen? Wenn Schreibende nicht mental unterscheiden können zwischen dem grammatikalischen Sinn der Konjunktion “daß” und dem des Pronomens “das”, dann nützt auch ein “dass” nichts. Richtig weh tut das “Bewusstsein”, wie es nun vermehrt in philosophischer und psychologischer Literatur auftaucht: Wir Philophilosophen haben das “Bewußtsein”, wie es in allen seitherigen philosophischen Werken vermittelt wurde, libidinös und sogar symbolisch besetzt, der übers Blatt schweifende Blick erkennt es schon von weitem und benutzt es als eine Landmarke des philosophischen Gedankenganges. Mit “Bewusstsein”, dieser grausigen Ansammlung von drei ‚s‘, können wir nicht so verfahren, es beißt unsere Augen und irritiert unseren Sinn. (Natürlich ist unter den Reformbefürwortern kein einziger philosophischer Denker.)

Meine belegbare persönliche Erfahrung ist, daß durch derlei Wortänderungen nur Chaos entstanden ist – ein Chaos, das nichts, überhaupt nichts beigetragen hat zu einem besseren mentalen Umgang mit Grammatik und den Sinnzusammenhängen von Wörtern. Dazu eine Anekdote: Als ich einmal an einem Software-Seminar teilnahm, schrieb der Referent, ein intelligenter Mann, zu Anfang das Wort “Philosophie” an die Tafel, um dies zum Ausgangspunkt zu nehmen zu einigen Ausführungen über die “Philosophie” seiner Firma. Plötzlich hielt er inne und stammelte: “Oder schreibt man das jetzt so...” – und schrieb: “Filosofie”. Ein intelligenter Mann! Läßt sich seinen Verstand verwirren!

Die deutschen Schüler wären nicht dümmer und sprachinkompetenter, wenn es nie eine Reform gegeben hätte. Die Sprache und die Rechtschreibung ändern sich von selbst im selben Grade, wie sich das Leben ändert, jedwedes reformieren ist völlig unnötig. Anglizismen passieren nun einmal, weil das Leben sie in die deutsche Sprache hereinbringt und nicht irgendwelche Besserwisser. Oh, wie scheinheilig das plötzliche Echauffieren zahlreicher Politiker im Frühjahr 2001 über das “Denglisch”! Einfach ekelhaft, wie sie sich da zu Hütern der reinen deutschen Sprache aufspielten – gerade sie, die doch selbst die Sprache in ihren Reden und Programmen für ihre egoistischen Zwecke instrumentalisieren, mit Täuschung, Lüge und Angst durchtränken!

Das Wort “Reform” hat heute einen anderen Klang, eine andere Bedeutung als vor 30 Jahren. Wenn heute ein Politiker das Wort “Reform” ausspricht, dann zucke ich zuerst einmal zusammen: Oh Gott, was haben die jetzt wieder vor? Es kann nur zu unserem Schaden ausgehen. Warum, verdammt nochmal, können diese Politiker nicht einfach ihre Diäten und Honorare einstreichen, ihren Kasperletheaterwahlkampf veranstalten und uns ansonsten einfach in Ruhe lassen? Ständig mischen sie sich in fremde Angelegenheiten ein, ständig brüten sie irgendwas neues aus, wie sie uns das Leben noch schwerer machen können. Je mehr sie machen, umso mehr fährt ihr Karren Staat in den Dreck – ein Karren, in dem man bisher wenigstens noch irgendwie zurechtkommen konnte, und sei’s durch harmlose Schummeleien beim Sozialamt, ständig in der Angst, von politischen Gerechtigkeitsfanatikern ausgespäht zu werden, die mal wieder eine Möglichkeit suchen, den Neid zwischen den Armen zu nähren und damit von ihrer maßlosen Absahnerei abzulenken. Das ist natürlich nicht nur in Deutschland so, und dieselbe Herrschafts- und Regulierungswut findet sich auf allen Stufen bis hinunter zu den untersten Verwaltungsebenen. Dabei ist es ja noch relativ harmlos, wenn beispielsweise irgendsoein Trottel bei irgendeiner Behörde das Dekret erläßt, Waschsalons müßten am Sonntag geschlossen bleiben – nun ja, damit wird eben einigen Leuten das Leben noch ein bißchen schwerer gemacht, als es eh schon ist, und der Verantwortliche kommt sich nun noch ein bißchen wichtiger vor als bisher schon – aber ganz und gar nicht harmlos ist es, wenn “Experten” und Bürokraten, Verlage und Redakteure sich in die deutsche Sprache einmischen und ihre Vorstellungen von richtig und falsch einem ganzen Volk von Lesern aufoktroyieren. Und einem Heer von toten Schriftstellern. Mit einer Dreistigkeit, die nur noch durch tumbe Ignoranz erklärbar ist, verunstalten sie bei Neuauflagen die Rechtschreibung von Autoren, die diese niemals verwendet haben und niemals gutheißen würden und die sprachsensible Leser niemals wahr, schön und gut finden können. Und diese Leute “wissen tatsächlich nicht, was sie tun”! Ihr Verhältnis zur Sprache ist reduziert auf den Gedanken “Das schreibt man jetzt so” und wer sich darüber aufregt, den verstehen sie nicht. Ich kenne einige dieser Leute und weiß, sie verstehen tatsächlich nicht. Man kann einem Tauben kein Musikstück “erklären”. Und so verlor ich mit der Zeit die Lust, darüber zu streiten. Schlimm nur, daß diese Menschen ohne Gespür für die Aura der Wörter mitunter ganze Neuauflagen von Schriftstellern und Philosophen verscheußlichen. Es ist mir ja völlig gleichgültig, in welcher Rechtschreibung die Bild-Zeitung oder die taz publizieren, aber bei Ernst Bloch z.B. hört der Spaß auf: Nicht zu verzeihen ist es dem Suhrkamp Verlag, daß er dessen Nachlaß in verhunzter, neuer Schreibweise herausgegeben hat – Bloch konnte sich ja nicht mehr wehren. Inzwischen ist der Verlag immerhin zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt.

Ob die deutsche Sprache aus sich heraus die Heilungskraft entwickeln kann, sich von der dümmlichen Infektion der Rechtschreibreform zu befreien? Weiße Blutkörperchen, wie dieser Text hier, mögen ihr dabei zu Hilfe eilen. Die Millionen Bücher in privaten und öffentlichen Bibliotheken, die in der alten Rechtschreibung verfaßt wurden, stellen für die Technokraten und Kaufleute der Sprache Waren dar, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Sie stellen aber auch eine stille und starke oppositionelle Fraktion dar, Zeugen expertenunabhängigen geistigen Umgangs mit Sprache.

Wann wird dieser Text zuende geschrieben sein? Bei all dem ansteigenden täglichen Wahnsinn in der Welt, den von der sicheren Warte eines weißen Europäers aus zu betrachten er das Privileg hat, beschleichen den Autor manchmal Zweifel, ob es nicht eigentlich unwichtig ist, sich mit dem klitzekleinen Schwachsinn der Rechtschreibreform auseinanderzusetzen. Die kleinen und großen Terroristen dieser Welt sind eifrig dabei, den Planeten in eine Hölle zu verwandeln. Hunderttausende verhungerten durch ein Embargo im Irak, weil eine Weltmacht dies für ihr zynisches globales Spiel für notwendig hielt; und eine ehemalige amerikanische Außenministerin, daraufhin angesprochen, kommentierte dies in monströser Selbstgerechtigkeit und Lebensverachtung mit den Worten, wenn dies so sei, so seien diese Opfer eben notwendig – für den “Frieden”. In Tschetschenien wurde eine Großstadt dem Erdboden gleichgemacht, Abertausende verreckten und verrecken und Millionen stranden auf ihrer Flucht in Lagern von unvorstellbarem Elend, während in ihrer Heimat eine russische Soldateska wütet, was das Volk nur noch hilfloser seinen eigenen entsetzlichen Verbrecherbanden ausliefert; und der smarte Dämon, der das alles angezettelt hat, wird in einer von diesen unseligen, geschwätzigen deutschen Talkshows als possierlicher Vorzeigedemokrat hofiert. In Palästina reißen Täter, die einstmals Opfer waren, ein Land, das ihnen niemals gehören wird, und ein Volk, das zu demütigen sie nicht aufhören können, mit hinein in ihre Höllenfahrt, angeführt von Fährmännern des Todes; und wenn sie, am Ende dieser Fahrt, dereinst ihr Heiliges Reich errichtet haben werden – vielleicht – und es als einen roten Teppich vor ihrem Gott ausbreiten, dann wird – vielleicht – ein Lidschlag dieses Gottes sie erkennen lassen, daß es ein Teppich von Blut ist; und – vielleicht – wird dann einer kommen, der sie herausführen wird aus ihrer Verbannung; aber das Meer von Leid, das sie anderen zugefügt haben, und des Hochmuts, den sie sich selbst angetan haben, wird sich nicht teilen. Die Wiederkehr des religiösen Wahns, die Verheerung ganzer Kontinente, das nicht enden wollende Toben der Wilden Scharen, die Abgründe von Angst und Schmerz – das ist die in diesem reichen Land fieberhaft verdrängte andere Seite des Lebens, und auf jener Seite interessiert nicht, ob wir Deutsche Haß oder Hass schreiben. Wenige Kilometer entfernt vom Schreiber dieser Zeilen, in einem Internierungslager am Frankfurter Flughafen, zerstören hochmoralische Schreibtischtäter die Würde und allzuoft sogar das Leben von Flüchtlingen, die nicht das Privileg haben, Weiße und Europäer zu sein. Und wiederum nur wenige Kilometer davon entfernt schieben anonyme Spieler Tag für Tag Vermögen hin und her, die, würden sie nicht gerafft und gehortet, imstande wären, anonymes Elend zu endigen. – Gegen all dies kann ein Dichter nicht angehen, aber wenn “Experten” und Politiker, denen die Krise ihrer Welt aus den Händen gleitet, ihre Zwangsvorstellungen in die deutsche Sprache hineintragen, so kann und möchte der Dichter sich dagegen wehren – und daher wird dieser Text wahrscheinlich doch noch zuende geschrieben werden.


Ernst Toller: Soll die deutsche Rechtschreibung reformiert werden?
Antwort auf eine Rundfrage der Literarischen Welt Juli 1930

“Ich sehe gegenwärtig keinen Grund, warum die deutsche Rechtschreibung vereinfacht werden soll. Man soll zuerst einmal anfangen, das Juristen-, das Beamten-, das Kaufmanns-, das Schuldeutsch zu vereinfachen. Man soll sich frei machen von verlogener Phraseologie, Begriffe, die wie abgeklapperte Kupfermünzen klingen, auflösen und die übrigbleibenden wahren Inhalte ehrlicher benennen.”
 

Empfehlenswerte Literatur zur Rechtschreibreform:

Theodor Ickler, Die sogenannte Rechtschreibreform. Ein Schildbürgerstreich, Leibniz Verlag: Das Basiswerk zum Thema. Mit ansteigendem Entsetzen kann man die wahren Ursachen des Reformwerks nachlesen: eine unfaßliche Engstirnigkeit im Umgang mit Sprache, Intrigen, “mafiaähnliche Zustände” (wie ein Insider zitiert wird) und schließlich schlicht und einfach Geldgier. – Ickler hat im selben Verlag auch ein Rechtschreib- Wörterbuch mit der bewährten deutschen Rechtschreibung herausgegeben. Dem Wörterverzeichnis sind eine “Kurze Anleitung zum rechten Schreiben” und 29 Paragraphen “Die Hauptregeln der deutschen Orthographie” vorangestellt, die die diskreditierten Duden-Regeln vollständig und sinnvoll ersetzen.

Hans-Werner Eroms/Horst Haider Munske (Hg.), Die Rechtschreibreform. Pro und Kontra, Erich Schmidt Verlag: Hier tummeln sich Kritiker gemeinsam mit “Experten”. Letztere wiederholen die Scheinklugheiten, mit denen sie die Kultuspolitiker über den Tisch gezogen haben (in neuer Rechtschreibung), erstere kämpfen vergeblich dagegen an (in alter Rechtschreibung).

Reiner Kunze, Die Aura der Wörter. Denkschrift, Radius-Verlag.

Karl Korn, Sprache in der verwalteten Welt, ein dtv-Buch aus den 1960er Jahren, in dem z.B. folgender Satz steht: “Das Problem einer Reform der Rechtschreibung muß aber im Zusammenhang mit dem Sprachzustand überhaupt gesehen und entschieden werden. Eine Rechtschreibereform, die der Tendenz Vorschub leistet, die Sprache undifferenzierter und ärmer an Sinn zu machen, ist vom Übel.”

Einige Zeitungsartikel:

Theodor Ickler, Wie wir schreiben sollten – Die Rechtschreibreform ist bankrott, F.A.Z. 12.10.1996.

Johannes Saltzwedel/Rainer Traub, Freie Bahn dem “Alkoholissmuss”. Die mühsam eingeführte Reform-Orthografie bringt keine Übersichtlichkeit, sondern Wirrwarr und Zweifel, Der Spiegel 14/2000: Von Anfang an brachte der “Spiegel” kritische Berichte über die neue Rechtschreibung – was ihn aber nicht abhielt, sie dennoch einzuführen, denn eine neue Verpackungsverordnung für die Ware Nachricht zu ignorieren, das wurde wohl als geschäftsschädigend eingeschätzt (zurecht?). Nach Einführung der neuen Schreibweisen wurde deren Unsinn weiterhin kritisiert – wie in diesem Artikel –, ohne diesen Unsinn jedoch bei sich selbst abzuschaffen. Man könnte diese absurde psychologische Verhaltensweise vielleicht unter dem Begriff “repressive Toleranz” fassen. – Dasselbe Dilemma ist bei der Frankfurter Rundschau zu vermuten, hat sie doch am 27.9.1995 einen Artikel von Richard Meng, Der verkannte Filosof oder: Ein wahrer Alptraum. Die geplante Rechtschreibreform führte zu einer Sprachstörung zwischen Fachwelt, Politik und der Öffentlichkeit, veröffentlicht, übernahm dann aber doch, ganz staatstreu, die reformierte Orthographie.

Ausgaben der F.A.Z. vom 28.7.2000 und der folgenden Tage: Die Ankündigung der F.A.Z., zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, rief eine heftige Reaktion bei Lesern und Schriftstellern hervor, und fast nur Zustimmung. Es gab hierzu etliche Beiträge, etwa den von Christian Meier, Kreislauf der Blamagen. Rechtschreibung ist keine Staatssache, oder die von Durs Grünbein und Heike Schmoll; interessant sind aber auch die zahlreichen Leserbriefe und die Kundgaben von Schriftstellern unter Überschriften wie Ausgetorkelte Bürokraten oder Mal sehen, ob Mut ansteckend wirkt. Schriftsteller über die Entscheidung der F.A.Z., zur alten Rechtschreibung zurückzukehren.

Reinhard Kahl, Eine deutsche Reaktion, in der Grünen-Postille taz vom... tja, wann war das? Wohl irgendwann kurz nach der Ankündigung der F.A.Z., zur alten Rechtschreibung zurückzukehren. Ich habe mir das Erscheinungsdatum dieses dümmlichen Artikels nicht notiert und erwähne ihn hier nur aus gelegentlich mich packender, purer Lust am Wahnsinn, steht doch dort z.B. ein Satz wie dieser: “Das Jahrhundert der Disziplin, der Stechuhr und des Rotstifts ist vorbei. Tatsächlich geht es im Rechtschreibkrieg gar nicht um Orthografie. Es geht ums Aufbrechen mentaler Orthodoxie.” Ansonsten strotzt dieses Elaborat vor oberflächlich-ironischen Anspielungen und pseudolibertärer Propagierung von Rechtschreib“anarchie”. – Ebenso Kolja Mensing, Korrektorat für Deutschland, taz 28.7.2000 (vielleicht in ebender Ausgabe auch die Kahlsche Erklärung eines Neuen Zeitalters?). Ähnlich bemüht-ironisch und in ihrem Gestus der Herablassung sich selbst als dümmlich entlarvend gab es nach dem 28.7.2000 Artikel und Kommentare in zahlreichen anderen Tageszeitungen, meist auf der simplen Schiene “neu = fortschrittlich”, etwa in der Stuttgarter Zeitung, für die ich einmal als Korrektor tätig war und daher aus eigener Erfahrung weiß, daß Journalismus und Rechtschreibung feindliche Brüder sind. Es ist übrigens ein interessantes Fakt, daß die überwältigende Reaktion der differenzierten Leserschaft der F.A.Z. – fast nur zustimmend – auf deren Entscheidung für die alte Schreibweise, wie auch die vieler Schriftsteller, von der F.A.Z. sorgfältig dokumentiert – daß diese in der deutschen Zeitungsgeschichte einmalige Demonstration in den anderen Tageszeitungen verschämt verschwiegen wurde. Dazu ließe sich aus psychologischer Sicht vieles sagen! Vielleicht tue ich es noch.

Kurt Reumann, Viel versprechend, aber nicht vielversprechend, F.A.Z. 10.8.2000, enthält z.B. folgende Aufklärung: “Die zwischenstaatliche Rechtschreibkommission hatte die Kultusminister vor allem mit der Behauptung für die Änderungen gewonnen, daß sie die Rechtschreibregeln von 212 auf 112 und die Zahl der Kommaregeln von 52 auf neun verringern werden. Wer sich das neue Regelwerk anschaut, wird indes feststellen, daß es im Umfang um ein Fünftel zugenommen hat. Viele Regeln tauchen nicht mehr als Hauptregeln auf, sondern als Unterregeln – ein Roßtäuschertrick.” Diese Ausgabe der F.A.Z. enthält auch andere aufklärende Beiträge und Leserbriefe zu dem Thema.

Horst Haider Munske, Das wohltemperierte Wörterbuch. Einfach weise: Theodor Icklers sanft reformierte Orthographie, F.A.Z. 11.9.2000.

Leserbrief von Michael Schmidt in der F.A.Z. vom 12.10.2000, Williges Werkzeug des bayerischen Kultusministeriums (interessante Einblicke in die Intrigenwirtschaft von Philologenverbänden und Kultusministerien).

Martin Mosebach, Wörter von hier. Denglisch und die Sprachwächter, F.A.Z. 28.3.2001.

Artikel von Hubert Spiegel, Henning Ritter und Jürgen Kaube zum dritten Bericht der “Zwischenstaatlichen Kommission für Rechtschreibung”, in dem die “Spezialisten” immer abstruser ihr Zerstörungswerk verteidigen, in der F.A.Z. vom 8.2.2002.

Heike Schmoll, Verwirrt und befreit in der neuen Rechtschreib-Anarchie. Der dritte Kommissionsbericht über ein Debakel, F.A.Z. 1.3.2002.

Horst Haider Munske, Scheitern oder weiterwursteln?, F.A.Z. 19.3.2002.

Leserbrief von Theodor Ickler in der F.A.Z. vom 11.1.2003, Die Rechtschreibreform ist eine Baustelle. Oh ja, man delektiert sich weiterhin an kalten Büfetts und dekretiert...

Über Hinweise auf weitere hilfreiche oder auch nur zornige Literatur zum Thema ist der Pamphletist dankbar.


Copyright Verlag der Häretischen Blätter. – Der Leser möge beachten, daß dieser Text auch den Charakter eines Pamphlets hat, also der literarisch anerkannten Gattung der Schmähschrift, und daher notwendigerweise auch mit spitzzüngigen Pauschalisierungen arbeiten muß. Personalisierte Schmähungen hingegen sind keinesfalls beabsichtigt: Die Personen, die den Mist der Rechtschreibreform verbockt haben, sind dem Autor völlig unbekannt und völlig gleichgültig.

[nach oben]